Standseilbahn Cully Lac–Les Crêts

Bourg-en-Lavaux, Studienprojekt (ETHZ), 2017 

Eine neue vertikale Erschliessungsachse bringt Bourg-en-Lavaux eine erhebliche strukturelle Verbesserung. Gleichzeitig wird die Belastung durch den Autoverkehr reduziert.

Die Ausgangslage

Die Gemeinde Bourg-en-Lavaux über dem Genfersee besteht aus zwei Teilen: Den Weinbergen unterhalb der Autobahn und den Weideflächen oberhalb. In die Weinberge eingebettet liegen die historischen Dorfkerne, während die suburbane Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg sich hauptsächlich auf zwei grössere Bereiche in Cully und Grandvaux konzentrierte. Obwohl mehrere der Dörfer von den regionalen Zentren Lausanne und Montreux aus auf zwei Höhen über Eisenbahnlinien erschlossen sind, haben die Suburbanisierung, die unzulängliche ÖV-Erschliessung entlang der vertikalen Achse und zwischen den Dörfern sowie das Fehlen von Angeboten des täglichen Bedarfs die Autoabhängigkeit der Bevölkerung extrem gefördert.

Eine Seilbahn für Einwohner und Touristen

Die Standseilbahn verbindet die Bahnhöfe Cully und Grandvaux untereinander sowie mit den grossen Wohngebieten, um die Vernetzung innerhalb der Gemeinde zu verbessern und die Strassen durch die Weinberge zu entlasten. Sie trägt ausserdem dazu bei, dass das hohe touristische Potenzial der gut erhaltenen historischen Strukturen auf eine Art genutzt werden kann, die die Lebensqualität der Einwohner nicht beeinträchtigt. Genfersee, Weinberge und der Grat der Hügelkette mit den Wanderwegen werden direkt an die S-Bahn angebunden und können dadurch sowohl der Gemeindebevölkerung als auch den Tagesbesuchern aus den Zentren nachhaltig als Naherholungsgebiet und als Basis für Interaktion dienen, wovon auch die lokale Wirtschaft profitiert.