TMC

Opfikon, Studienprojekt (ETHZ), 2020 

Zwischen Oerlikon und Flughafen dient das umgenutzte Textil- und Modecenter als Keimzelle für die Entwicklung eines gemischten Stadtquartiers.

Potenzial an der Stadtgrenze

Die Thurgauerstr. liegt zwischen Oerlikon und dem Flughafen Kloten. Ab den Siebzigerjahren entstanden diverse Bürogebäude, in Zürich auf der Ostseite der Strasse, in Opfikon auf der Westseite (der sogenannte Talacker). Aufgrund der geänderten Bedürfnisse stehen viele dieser Gebäude teilweise leer. Während einige renoviert worden sind und weiterhin als Büro genutzt werden sollen, ist dies bei anderen offen; eine übergeordnete Strategie hat sich bis jetzt jedoch nicht herauskristallisiert.

Weiterentwicklung der bestehenden Struktur

Das neue Mischquartier Talacker ist eine Antwort auf die grossteils monofunktionalen Nutzungsstrukturen. Dort ermöglichen die Anteile der verschiedenen Nutzungen einen ausgewogenen und lebendigen Stadtteil. Teilweise zusammengebaut, lassen die bestehenden Gebäude in mehreren Schichten den Ansatz einer Hofstruktur erkennen. Dieser Charakter wird gestärkt, indem (bisher teilweise mit Glas überdachte) Lichthöfe zu nutzbarem Aussenraum werden, sodass sich eine Abfolge aus Höfen und Durchgängen ergibt, die genügend Raum für Öffentlichkeit und Gewerbe bietet, ohne den menschlichen Massstab zu verlieren. Um die mittlere und nördliche Kreuzung entstehen neue Hochhauscluster, die Gegengewichte zum Schwerpunkt Oerlikon setzen. Die Verbindung stellt der Talacker dar, wo aus dem Bestand einzelne Hochpunkte emporwachsen und dem neuen Quartier so zu städtebaulicher Präsenz verhelfen. Das Gebiet Thurgauerstrasse kann dadurch über die Gemeindegrenze hinweg als Ganzes gelesen werden. Die Quartierstruktur auf dem Talacker ist mit einem Flickwerk von Grünansammlungen durchsetzt, die die einzelnen Gassen und Höfe beleben. Sie ist mit einem feinmaschigen Netz von Verbindungen erschlossen und an die Umgebung und Tramstationen angebunden.

Aufenthaltsqualität durch Mischnutzung

Das TMC (Textil- und Modecenter) wurde 1978 mit dem zum Bahndamm gewandten Parkhaus als eins der ersten Gebäude auf dem Talacker errichtet. Als Fallbeispiel für das neue Quartier wird es nun zum Talacker-Mischnutzungs-Centrum. Aufbauend auf der übergeordneten Strategie sollen Wohnungen mit angeschlossenen Büro-/Atelierbereichen sowie öffentliche und Gewerbenutzungen angeboten werden. Durch Öffnung der Lichthöfe und Durchgänge im Aussenraum wird das Gebäude in die neue Erschliessungsstruktur eingebunden. Die Höfe werden zu öffentlichem, begrüntem Raum.